, Betagte Schönheit mit Coolness-Faktor – 10 Tipps, wo man sich Montreux am besten hingibt

Wäre Montreux eine Frau, man würde auf Anhieb neidisch werden. Oder sich sofort verlieben. Denn irgendwie kommt hier alles zusammen, was irgendwie begehrenswert erscheint: Der Genfer See zu Füßen, die schneebedeckten Viertausender über den Köpfen. Ein mildes Klima, wo von der Palme bis zur Zypresse einfach alles gedeiht. Prächtige Gebäude aus der Belle Epoque. Verschachtelte Weinbergseligkeit. Und dann auch noch jede Menge coole Musiker-Freunde, die die kleine Stadt in der Westschweiz zum internationalen Hot Spot gemacht haben. Die dafür sorgen, dass zwischen Casino und Blumenrabatte Büsten von Freddy Mercury oder Aretha Franklin passen. Und dass die Stadt mit zunehmendem Alter nur noch attraktiver wird. Weil aber zuviel Schönheit hin und wieder blind machen soll, hat Schlafkultur die verführerischsten Orte zusammen getragen:

Montreux_Casino

©AbhijeetRane/flickr

1. Musikgeschichte(n): Findet man an jeder Ecke, angefangen beim Casino de Montreux (Rue du Théâtre 9): An der Stelle des Siebziger-Jahre-Baus (die Gruppe Queen besaß hier seit 1979 das Tonstudio Montreux Mountain Recording) stand einst ein prächtiger Casino-Kursaal. 1971 brannte er während eines Frank Zappa-Konzerts vollständig nieder, was die Gruppe Deep Purple, die Zeuge des Brandes war, zu ihrem berühmtesten Song „Smoke on the Water“ inspirierte: „I know we´ll never forget / Smoke on the Water, fire in the sky.“ Von Freddy Mercury, der in Montreux (in einem Appartement im obersten Stockwerk der Résidence Les Tourelles, Quai des Fleurs, neben dem Hotel Excelsior) einen Großteil seiner letzten Jahre verbrachte, stammt der Satz „If you want to find peace, come to Montreux“. Ihm zu Ehren wurde am Seeufer ein Denkmal errichtet.

2. Feinste Schweizer Pralinenkunst und ein günstiges Mittagessen gibt es in der Confiserie Restaurant Zurcher (Av. du Casino 45).

3. Flanieren an der Uferpromenade, mit niemals endenden Blumenrabatten, prächtigen Belle Epoque-Häusern und herrlichem Blick auf das Bergmassiv der Dents du Midi. Ein altmodisches, aber absolut unerlässliches Vergnügen, bei dem man in diesen Tagen vielleicht sogar Sting beim Joggen trifft.

Blumen_Panorama

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4. Für die Naschpause zwischendurch: bei Lucien Moutarlier mit feinster Konditorware eindecken (Grand Rue 44, www.moutarlier.ch).

5. Vieille Ville: Hier kann man das alte Montreux entdecken, kleine Winzerhäuser, bunte Fensterläden, Brunnen und lauschige Weingärten. Und im Café du Grütli in der Rue du Grand-Chêne ein fabelhaftes Rösti essen.

6. Rochers de Naye-Zahnradbahn: Sie führt von Montreux auf den Rochers de Naye zur 1970 Meter hoch gelegenen Bergstation, wo man eine atemberaubende Aussicht auf Savoyer, Waadtländer, Walliser und Berner Alpen hat. Wer hier den frühen Morgen erleben möchte, kann in der Nähe der Bergstation in original mongolischen Jurten übernachten.

7. Clarens: Der feine, westliche Stadtteil besitzt nicht nur herrliche Villen. Hier lebten unter anderem Igor Strawinsky, der seiner kranken Frau das milde Klima angedeihen lassen wollte und schrieb in dieser Zeit „Le Sacre du Printemps“ (1913). Tschaikowski komponiert in Clarens 1878 sein einziges Violinkonzert. Und Vladimir Nabokov, der mit seiner Frau viele Jahre im Hotel Montreux-Palace gewohnt hatte und dort starb, ist hier begraben. Einfach inspirieren lassen!

8. Gekrönt von zwei Michelin-Sternen kann man im Le Pont de Brent in Brent-Sur-Montreux speisen, wo Gérard Rabaey, einer der besten Köche der Schweiz 30 Jahre lang das Küchenregiment führte (www.lepontde brent.com).

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9. Legendär für den Absacker ist Harry’s New York Bar im Hotel Montreux-Palace (Grand-Rue 100). Allein die prunkvolle, von 1904 bis 1906 errichtete Hotelanlage ist einen Besuch wert. Nabokov verbrachte hier in einer Suite seine letzten 16 Lebensjahre. Beim Hinausgehen nicht erschrecken: Ray Charles, Quincy Jones und Aretha Franklin sind nicht echt.

10. Schlafen gehen mit Miles Davis & Co.: Im Tralala, einem mitten in der Altstadt gelegenen Designhotel und wahren Kleinod, ist jedes der 35 Zimmer einem Künstler gewidmet, von David Bowie über Aretha Franklin bis zu Igor Strawinsky (www.tralalahotel.ch).

 

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