, Warum schlafen wir?

Wünschen Sie sich gelegentlich auch einen Tag mit 28 Stunden? Dann haben Sie es sicherlich schon mal mit weniger Schlaf probiert. Dass das auf Dauer keine Lösung ist, ist allseits bekannt. Aber warum schlafen wir eigentlich? Sicherlich, Schlafen ist ein Genuss! Doch das dürfte in der Evolution keine Rolle gespielt haben. Fakt ist, dass jeder Mensch ca. 8 Stunden täglich schläft – die einen mehr, die anderen weniger. Hochgerechnet verbringen wir also etwa ein Drittel unseres Lebens mit Schlafen. In der Tierwelt sieht es übrigens genauso aus, allerdings variiert die Dauer der Ruhephase von Tier zu Tier etwas stärker: Während große Tiere eher wenig schlafen, Elefanten, Kühe und Pferde liegen bei etwa 3 Stunden Schlaf, schläft ein Igel im Schnitt 17 Stunden!

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Fragt man die Wissenschaft, erhält man leider keine einfache Erklärung. Etwas so Alltägliches wie der Schlaf ist bis heute eines der größten Rätsel der Menschheit geblieben. Zu den wichtigsten Hypothesen zählen folgende:

– Der Schlaf ist die Regenerationsphase des Körpers. Das spricht jedoch gegen die Tatsache, dass große Tiere in der Regel weniger schlafen als kleine. Wie sollte der Körper der Giraffe dann mit nur 2 Stunden auskommen, während die Fledermaus 20 Stunden braucht?

– Der Schlaf ist eine Energiesparmaßnahme des Körpers. Äußerst unwahrscheinlich, denn in einer Nacht mit ca. 8 Stunden Schlaf spart der Körper circa  50 kcal, was in etwa dem Brennwert eines Apfels entspricht.

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– Der Schlaf dient der geistigen Regeneration. Es ist jedoch nicht so, dass das Gehirn während des Schlafens ausruhe, im Gegenteil, es erledigt wichtige Sortierarbeiten. So hätten wir ohne Schlaf kein Gedächtnis und unser Gehirn wäre vermutlich voller Informationen, die uns nicht interessieren.

– Im Schlaf reguliert der Körper den Stoffwechsel. Untersuchungen des Kieler Neuroendokrinologen Jan Born haben gezeigt, dass Schlafmangel den Spiegel des Stresshormons Kortisol sowie den Blutdruck erhöht.

– Das Immunsystem braucht den Schlaf, um optimal zu funktionieren. Schlafmangel und Schlafstörungen begünstigen Erkrankungen wie z.B. Entzündungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Störungen und Diabetes.

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Das Gehirn spielt eine zentrale Rolle, aber auch der Tag-Nacht-Rhythmus beeinflusst unser Schlafverhalten: So haben Laborexperimente gezeigt, dass Versuchspersonen in einem isolierten Raum ohne äußere Zeitgeber einen Tagesrhythmus von ca. 25 Stunden entwickelten – die innere Uhr stimmt folglich mit dem natürlichen Hell-Dunkel-Rhythmus überein.

Der Versuch, den Tag durch weniger Schlaf zu verlängern, sollte also besser eine Ausnahme bleiben.

 

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