, Mythos Hochzeitsnacht: „Schlaf gut, Schatz!“


Romantisch soll sie sein. Sexy und unvergesslich. Die berühmte erste Nacht als Ehepaar ist ein fragiles Ding. Denn mit ihr sind jede Menge Erwartungen verbunden.

Glücklich beschwingt und selig lächelnd kommt das Brautpaar nach seiner ausgelassenen Hochzeitsfeier in die Hotelsuite. Der frischgebackene Ehemann trägt seine Liebste form-vollendet über die Schwelle. Sanft lässt er sie auf die weichen Decken ihres luxuriösen Bettes gleiten. Das Licht der Nachttischlampe taucht ihre Gesichter in aufregende Schatten. Sie kuscheln sich in die flauschigen, samtweichen Kissen, sehen einander verliebt in die Augen – und haben den Sex ihres Lebens.

Die Idealvorstellung einer Hochzeitsnacht kennt wohl jeder. Nähe, Intimität, Erotik pur. Belauscht man allerdings die Gespräche Frischvermählter, scheint diese Szene eher ins Reich des romantischen Mythos zu gehören. In der ersten Nacht als Ehepaar steht oftmals eine ganz andere, unaufgeregte Aktivität hoch im Kurs: das Schlafen.

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Manchmal sieht die Realität dann doch eher so aus: Müde. ©vince42/flickr.com

Kein Wunder: Hinter dem jungen Paar liegen anstrengende Tage voller Hochzeitsvorbereitungen, ein kräftezehrender, wenn auch erfüllender Tag und zumeist eine lange Partynacht mit wilden, champagnergeschwängerten Stunden auf der Tanzfläche.

So glücklich zwei Menschen, die durch ein Ja miteinander verbunden sind, auch sein mögen, so erschöpft sind sie oftmals am Abend ihres großen Tages. Das Verlockendste, sobald sie alleine sind, ist da ein gesunder Schlaf. Wenn auch eng umschlungen. Und wer will es ihnen verdenken? Auch das Teilen eines gemeinsamen Bettes ist eine schöne Spielart von Nähe und Intimität.

Die Erwartungen, die historisch mit der Hochzeitsnacht verbunden sind, sind in den meisten westlichen Gesellschaften mittlerweile ohnehin obsolet – und waren zudem nicht immer nur romantisch: Die erste gemeinsame Nacht galt in vielen Kulturen als Prüfung, ob die Braut jungfräulich in die Ehe gegangen ist. War sie es nicht, konnte dies Schande über die Familie und ihren Ehemann bringen.

Heute bringt die Nacht der Nächte vor allem eines mit sich: die Möglichkeit, die Zeit zu zweit frei von Ritualen und Traditionen so zu gestalten, wie das Brautpaar es sich wünscht. Sei es sexy und unvergesslich oder mit einem vertrauten „Schlaf gut, Schatz!“.

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Titelfoto: ©Nathan O’Nions/flickr.com