Was im Schlaf passiert

Habt ihr euch auch schon einmal gefragt, was im Schlaf eigentlich mit uns passiert und welche Sinne aktiv sind, während wir träumen? Den Schlüssel zur Antwort liefert der menschliche Schlafrhythmus. Im Laufe der Nacht durchläuft der Organismus nämlich unterschiedliche Schlafphasen, in denen verschiedene Prozesse in Körper und Gehirn in Gang gesetzt werden. Wir nehmen das Phänomen Schlaf für euch gründlich unter die Lupe!

  1. Phänomen Schlaf – Was steckt dahinter?
  2. Was passiert während der einzelnen Schlafphasen?
  3. Lernen im Schlaf – Ist da was dran?

Phänomen Schlaf – Was steckt dahinter?

Während wir nachts dem neuen Tag entgegen schlummern, leistet unser Körper Erstaunliches. So werden im Schlaf beispielsweise die Informationen des Tages verarbeitet, neue Lernerfahrungen gespeichert und auf Zellebene finden zahlreiche Reparaturen statt, die das Immunsystem stärken und uns vor Krankheiten schützen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass gesunder Schlaf so wichtig für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit ist! Voraussetzung dafür, dass wir energiegeladen und erholt in den nächsten Morgen starten können, ist ein ungestörter Zyklus der einzelnen Schlafstadien. Der menschliche Schlaf wird üblicherweise in vier bis fünf Schlafphasen unterteilt, die sich in der Nacht bis zu sieben Mal wiederholen:

  • Einschlafphase
  • Leichter Schlaf
  • Tiefschlaf
  • Traumschlaf (REM-Phase)
  • Aufwachphase

Was passiert während der einzelnen Schlafphasen?

In jeder Schlafphase finden im Körper bestimmte Prozesse statt, die zu einer erholsamen Nacht beitragen und dich am nächsten Morgen fit in den Tag starten lassen.

Die Einschlafphase

Wenn es abends dunkel wird, regt die Zirbeldrüse die Produktion des „Schlafhormons“ Melatonin an. Die ansteigende Melatonin-Konzentration im Blut signalisiert dem Körper, herunterzufahren und sich auf den Schlaf vorzubereiten. Folglich nehmen Blutdruck und Herzfrequenz ab, die Atmung wird flacher und die Körpertemperatur sinkt. Die Einschlafdauer ist übrigens von Mensch zu Mensch verschieden – während manch einer bereits nach kurzen fünf Minuten im Reich der Träume weilt, benötigen andere dazu bis zu einer halben Stunde.

Die Leichtschlafphase

Mit dem Übergang ins Leichtschlafstudium (in der Schlafmedizin Non-REM-Phasen I und II genannt) stellt sich der menschliche Körper auf Erholung ein. Die Muskeln entspannen sich weiter, während das Gehirn damit beginnt, die Informationen des Tages zu sortieren und zu speichern. Dadurch sind wir am nächsten Morgen wieder aufnahmefähig, wenn das Gehirn neuen Reizen ausgesetzt ist. Gut zu wissen: Beinahe die Hälfte der gesamten Schlafenszeit verbringen wir im leichten Schlaf.

Was passiert im Schlaf

Die Tiefschlafphase

In der Tiefschlafphase ist es am schwersten, den Schläfer aufzuwecken, denn Körper und Gehirn arbeiten auf Hochtouren an der Zellreparatur und der Gedächtnisbildung. Da die wichtigsten Regenerationsprozesse auf die Tiefschlafphase fallen, ist dieses Schlafstadium besonders wichtig für eine erholsame Nachtruhe. Mit jedem neuerlichen Schlafzyklus reduziert sich die Länge des Tiefschlafs ein wenig.

Die Traumschlafphase (REM-Phase)

Schnelle Augenbewegungen hinter den Lidern, die sogenannten Rapid Eye Movements, sind charakteristisch für den Traumschlaf. In diesem Zustand träumen wir intensiv – zugleich erstarrt die Muskulatur, damit geträumte Bewegungen nicht real umgesetzt werden können und die Informationsverarbeitung im Gehirn so ungestört wie möglich abläuft. Der Anteil des REM-Schlafs liegt bei etwa 20% der gesamten Schlafdauer und nimmt ab der zweiten Nachthälfte zu.

Die Aufwachphase

Im letzten Schlafstudium fährt der Körper alle Systeme langsam wieder hoch und bereitet sich auf den Tagesanbruch vor: Wir werden munter. Körpertemperatur und Herzfrequenz steigen, die Atmung beschleunigt sich und der Magen wird stärker durchblutet – das ist auch der Grund, warum viele unmittelbar nach dem Schlaf bereits grossen Appetit verspüren und sich auf ein ausgiebiges Frühstück freuen.

Lernen im Schlaf – Ist da was dran?

Lernen im Schlaf

Lernen im Schlaf? Was nach reinem Wunschdenken klingt, funktioniert in einem gewissen Rahmen wirklich! Besonders in der Tiefschlafphase ist eine starke Hirnaktivität in den mit dem Langzeitgedächtnis verknüpften Arealen zu beobachten – diese Tatsache könnt ihr euch zu Nutze machen! Zwar reicht es nicht aus, kurz vor dem Einschlafen einen Sprachkurs ablaufen zu lassen und alle Vokabeln quasi im Schlaf aufzusaugen, dennoch bildet und festigt sich das menschliche Gedächtnis vor allem über Nacht. Erlerntes und Erlebtes wird nun ins Gehirn übertragen: Deshalb ist der eigentliche Lernprozess erst nach einem vollständigen Schlafzyklus abgeschlossen. Guter, qualitativ hochwertiger Schlaf trägt also dazu bei, neue Informationen oder Bewegungsabläufe im Langzeitgedächtnis zu speichern und bestens auf die nächste Prüfungsphase vorbereitet zu sein. 😉