Silvester-Bräuche

Die klassischen Silvester-Bräuche mit einer grossen Party und einem wunderbaren Feuerwerk sehen in diesem Jahr anders an. Wieso also nicht mal schauen, wie in anderen Ländern gefeiert wird? Wir zeigen dir spannende Einblicke in Neujahrsfestlichkeiten aus aller Welt, die manches Mal ziemlich verrückt erscheinen und dann wieder erstaunlich vertraut anmuten. Eins ist jedoch gewiss: Mit viel Freude wird der Jahreswechsel überall auf der Welt gefeiert.

  1. Silvester-Bräuche aus Deutschland: Senfberliner und Dinner for One
  2. Silvester-Bräuche aus Russland: Weihnachten und Silvester zugleich
  3. Silvester-Bräuche aus Japan: Das wichtigste Fest des Jahres
  4. Silvester-Bräuche aus Ecuador: Brennende Hexenköpfe und Politiker
  5. Silvester-Bräuche weltweit: Unser Fazit

Silvester-Bräuche aus Deutschland: Senfberliner und Dinner for One

silvester feiern

Unsere deutschen Nachbarn feiern wie viele Europäer mit Silvester-Bräuchen wie Sektanstossen und Feuerwerk. Doch während wir uns in der Schweiz Zeit mit dem Beschaffen der Feuerwerkskörper lassen können, müssen sich die Deutschen sputen: Raketen und Co. dürfen üblicherweise nur an den letzten drei Werktagen des Jahres verkauft werden. Hat man das gewünschte Feuerwerk erstanden, wird in Deutschland am liebsten in geselliger Runde zusammen Raclette verspeist und nicht etwa das in der Schweiz so beliebte Fondue Chinoise. In den kleinen Pfännchen landet dabei alles, was das Herz begehrt, um anschliessend mit würzigem Käse überbacken zu werden. Doch in Deutschland kommen zu Silvester nicht nur Köstlichkeiten auf den Tisch. Ein witziger Silvester-Brauch sieht das Servieren von Neujahrsberlinern vor – die sind allerdings nicht immer das, was sie scheinen. Denn in mancher Runde wir den Gästen ein mit Senf gefüllter Berliner untergeschoben, der spasseshalber getarnt unter seinen marmeladegefüllten Pendants serviert wird. Wer in die kulinarische Scheusslichkeit beisst, hat jedoch Glück im Unglück, denn der Senfberliner bedeutet ein verheissungsvolles neues Jahr. Eine weitere Silvestertradition der Deutschen sieht übrigens das gemeinsame Schauen des Comedy-Sketches Dinner for One vor, das wir auch in der Schweiz kennen und lieben.

Silvester-Bräuche aus Russland: Weihnachten und Silvester zugleich

Russische Silvester-Bräuche verbinden das Beste aus zwei Welten. Denn am letzten Tag des Jahres bekommen die Russen Besuch von Väterchen Frost, der ähnlich wie unser Weihnachtsmann mit einem Berg von Geschenken für die Kinder daherkommt. Statt einem Weihnachtsbaum haben die Russen daher einen Neujahrsbaum, Novogodnaya Yolka, der für das Feiern beider Feste stehen gelassen wird. Kulinarisch feiert man den letzten Tag des Jahres mit einem späten Abendessen mit der ganzen Familie, bei dem Hering und Salat auf den Tisch kommen. Der beliebteste Salat ist dabei der sogenannte Olivier-Salat, der gekochte Kartoffeln, Möhren, Eier, grüne Erbsen und Salzgurken in einem Mayonnaise-Dressing vereint. 5 Minuten vor Mitternacht wird die traditionelle kurze Ansprache des Präsidenten ausgestrahlt, die den Russen noch einmal alles ins Gedächtnis ruft, was man im vergangenen Jahr erreicht hat. Dann folgt zu Mitternacht das Feuerwerk.

In Russland gehen die Neujahrsfestlichkeiten aber nach dem 1. Januar noch weiter. Denn nach dem alten Kalender wurde das neue Jahr ursprünglich am 14. Januar gefeiert. Heutzutage sind die Silvester-Bräuche, die zum „alten“ neuen Jahr hin gefeiert werden, meist eher ruhiger Natur. Man trifft sich im Familienkreis zu einem leckeren Festtagsessen, bei dem oft gemeinsam Lieder gesungen werden.

Silvester-Bräuche aus Japan: Das wichtigste Fest des Jahres

Silvester Japan

Das Neujahrsfest ist in Japan das wichtigste Fest des gesamten Jahres. Doch traditionelle Silvester-Bräuche dort haben kaum etwas mit den lauten Silvester-Partys gemein, die in der westlichen Welt gefeiert werden. Stattdessen ist Silvester im fernen Osten ein Familienfest, das eher an unseren Heiligabend erinnert. Man trifft sich zum gemeinsamen Verspeisen von Buchweizennudeln und Reiskuchen, die Glück und Wohlstand im neuen Jahr bringen sollen, und anschließend steht ein Gang zum Shinto-Schrein oder Tempel an, um das erste Gebet des Jahres zu begehen. Bis man selbst an der Glocke geläutet, in die Hände geklatscht und sein Neujahrsgebetgesprochen hat, wartet man in Japan ganz still zusammen und genießt die besinnliche Atmosphäre. Am nächsten Tag wird mit der Familie dann ein größerer Schrein aufgesucht, an dem O-Mikuji genannte Voraussagungen für das neue Jahr erstanden werden. Später nimmt man zusammen das traditionelle Neujahrsessen O-Sechi ein, zu dem unter anderem Miso-Suppe, süße Reiskuchen, pürierte Süßkartoffeln mit Kastanien, eingelegtes Gemüse und Fisch gehören.

Wohingegen wir im Westen fleissig Weihnachtskarten schreiben, sehen japanische Silvester-Bräuche die gegenseitigen guten Wünsche fürs Neujahrsfest vor und es werden unzählige Neujahrskarten geschrieben. Es ist nicht ungewöhnlich, einige hundert Neujahrskarten zu erhalten, gerade wenn man eine hohe gesellschaftliche Position einnimmt. Japanische Kinder warten dagegen sehnsüchtig auf die sogenannten Toshidama: Umschläge voller Geld, die ihnen an Neujahr von Verwandten zugesteckt werden.

Silvester-Bräuche aus Ecuador: Brennende Hexenköpfe und Politiker

Im südamerikanischen Ecuador hat sich ein etwas gruseliger Silvester-Brauch etabliert, denn hier stopft man Puppen mit Feuerwerkskörpern voll und zündet diese an Mitternacht an. Doch bei den Puppen handelt es sich nicht nur um irgendwelche beliebigen Darstellungen. Oft werden fiese Hexenköpfe dargestellt, doch auch Personennachbildungen von Politikern oder Figuren aus der Popkultur sind sehr beliebt. Beim Verbrennen der Puppen handelt es sich um einen symbolischen Akt, um alles Schlechte loszuwerden, damit man sorgenfrei in das neue Jahr blicken kann. Die Tradition schreibt ausserdem vor, zwölf Mal über das mit den angezündeten Puppen entfachte Feuer zu springen, um Wohlstand und Glück im kommenden Jahr zu geniessen.

Für die Männer Ecuadors existiert ein weiterer ungewöhnlicher Silvester-Brauch, denn sie sollen sich als Witwen verkleiden und auf den Strassen um eine kleine Geldspende bitten. Und was machen die Frauen solange? Natürlich Fotos von ihren Partnern schiessen, mit denen sie sie später ein wenig aufziehen können. Gut zu wissen: Zum Jahreswechsel kommt es in Ecuador auch auf die richtige Farbe der Unterwäsche an. Rot bringt eine neue Liebe, wohingegen gelb Reichtum verspricht.

Silvester-Bräuche weltweit: Unser FazitHappy new year

Das neue Jahr ist überall auf der Welt ein willkommener Anlass, mit den Liebsten zusammenzukommen und mit viel Freude zusammen zu essen und zu feiern. Mal vertreibt ein lautes Feuerwerk, andernorts ein stilles Gebet die bösen Geister. Letztendlich dienen die Silvester-Traditionen weltweit trotz ihrer Verschiedenheit dazu, Glück und Wohlstand für das neue Jahr zu bringen und alles Schlechte hinter sich zu lassen. Auch, wenn wir in diesem Jahr nur mit der engsten Familie feiern können und alle übrigen Freunde und Verwandten nur per Video am Silvester-Abend teilhaben lassen können, wünschen wir euch viel Freude beim Zelebrieren eurer liebsten Silvester-Bräuche und für das neue Jahr alles, alles Gute!

 

 

 

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